Wechselmodell

Immerhin schon 5 % aller Eltern in Deutschland praktizieren das Wechselmodell. Dies mit steigender Tendenz. Ein Grund hierfür dürfte auch in der Rechtsprechung des BGH liegen. Nach früherer Ansicht, insbesondere auch der Oberlandesgerichte, wird ein echtes Wechselmodell nur bei einer einvernehmlichen Regelung der Eltern ausgeübt, nicht aber vom Gericht angeordnet werden. Der BGH hat erstmals im Februar 2017 die Möglichkeit der Anordnung auch gegen den Willen des anderen Elternteils eröffnet.

Voraussetzung hierfür sei allerdings die Kommunikationsfähigkeit der Eltern. Mit dem Argument, die notwendige Kommunikationsfähigkeit sei nicht gegeben, wenn die Eltern vor Gericht über die Einführung des Wechselmodells streiten müssen, wurden aber regelmäßig entsprechende Anträge abgewiesen.

 

Das OLG Stuttgart hat aber nunmehr durch Beschluss vom 23.08.2017 in einem Fall, in dem der Vater schon zuvor einen wesentlichen Teil der Betreuungsleistungen übernommen hat, das Wechselmodell in einem Streitfall angeordnet mit der Begründung, dass sich die Eltern mit Ausnahme der Auseinandersetzung über das Wechselmodell ansonsten immer über den Umgang geeinigt hätten.

 

mitgeteilt von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht: Jörg Schlenker