Wann liegt Wucher vor?

Wucher und damit nichtig ist ein Rechtsgeschäft dann, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung und eine verwerfliche Gesinnung des Begünstigten als weiteres, subjektives Element festgestellt werden kann. Objektiv liegt das auffällige Missverhältnis nach einer Entscheidung des OLG Frankfurt vom 26.01.2018 bereits dann vor, wenn der Wert der Leistung doppelt so hoch ist, wie der Wert der Gegenleistung. Dieses Missverhältnis allein, so das Gericht, lässt auch die verwerfliche Gesinnung des Begünstigten vermuten.

 

In dem entschiedenen Fall hatte der Verkäufer ein Springpferd mit einem objektiven Wert von 8.800 € für 60.000 € veräußert. Nach Auffassung des OLG Frankfurt ein klarer Verstoß gegen die guten Sitten.

 

mitgeteilt von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bau-, Architekten- und Familienrecht Jörg Schlenker