Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft, Deutsch als Muttersprache, Auslegung einer Stellenausschreibung

Die in einer Stellenausschreibung enthaltene Anforderung „Deutsch als Muttersprache“ kann Personen wegen der ethnischen Herkunft in besonderer Weise benachteiligen. Sie bewirkt, soweit es an einer Rechtfertigung fehlt, eine mittelbare Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft. Die erworbene Muttersprache ist typischer Weise mittelbar mit der Herkunft und damit auch mit dem in § 1 AGG genannten grundethnischen Herkunft verknüpft. Der Begriff Muttersprache betrifft den primären Spracherwerb. Das Bundesarbeitsgericht hat deshalb bei einer diesbezüglichen Stellenausschreibung eine mittelbare Diskriminierung bejaht.

mitgeteilt von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Verkehrsrecht Markus Heimburger