Befristung eines Arbeitsvertrages – Schriftformerfordernis

Hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein schriftliches Angebot auf Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrages unterbreitet und durch sein vor der Arbeitsaufnahme vorliegendes Verhalten verdeutlicht, dass er den Abschluss des befristeten Arbeitsvertrages von der Einhaltung des Schriftformgebotes abhängig machen will, liegt in der bloßen Entgegennahme der Arbeitsleistung des Arbeitsnehmers regelmäßig nicht die Annahme eines vermeintlichen Vertragsangebots des Arbeitsnehmers. Dieser kann das schriftliche Angebot des Arbeitgebers dann noch nach der Arbeitsaufnahme durch die Unterzeichnung der Vertragsurkunde annehmen. Nimmt der Arbeitnehmer in diesem Fall vor der Vertragsunterzeichnung die Arbeit auf, entsteht zwischen den Parteien lediglich ein faktisches Arbeitsverhältnis. Dem Schriftformerfordernis des befristeten Arbeitsverhältnisses wird dann durch die nachträgliche Unterzeichnung des Arbeitsvertrages durch den Arbeitnehmer genügt.

mitgeteilt von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Verkehrsrecht Markus Heimburger